Hundesprache – Was will mein Hund mir sagen?

Kommunikation (lateinisch communicatio ‚Mitteilung‘) ist der Austausch oder die Übertragung von Informationen, die auf verschiedenen Arten (verbal, nonverbal) oder verschiedenen Wegen (Sprechen, Schreiben) stattfinden kann. (wikipedia 2019)


Um von Kommunikation sprechen zu können bedarf es eines Senders, eines Signales und eines Empfängers. Der Sender sendet sein Signal an den Empfänger und anhand der Reaktion des Empfängers merkt man, ob das Signal angekommen ist oder nicht.

Beispiel:

Ich gebe meinem Hund das Kommando „Sitz“. Mein Hund reagiert nicht darauf – was kann das nun bedeuten?

• Er hat das Kommando noch nicht oder nicht ausreichend gelernt bzw. verstanden und weiß nicht was er tun soll.

• Er hat Schmerzen und möchte sich nicht hinsitzen.

• Er nimmt mich nicht als wichtig genug wahr um meine Anordnungen auszuführen.


Der Mensch kommuniziert hauptsächlich durch Sprache, der Hund jedoch durch Körpersprache und Mimik. Hunde leben im Hier und Jetzt. Sie denken weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft nach. Jedoch spielen bei Entscheidungen Erfahrungen und Erwartungshaltungen sehr wohl eine große Rolle!


Hunde kommunizieren durch schnelle, kleine Signale, die immer im Zusammenhang mit der Situation zu deuten sind und entsprechend des Kontextes immer eine andere Bedeutung haben können. Das heißt dass ein und dasselbe Signal ganz unterschiedliche Bedeutungen haben kann.


Auch wir Menschen sprechen mit unserem Körper und reagieren auch auf die Körpersprache der anderen, jedoch oft sehr unbewusst. Auch in uns stecken Signale von z.B. Territorialverhalten (Handtuch auf der Sonnenliege), Imponiergehabe und Dominanz.


Der Mensch macht oft den Fehler, seinen Hund zu vermenschlichen und dadurch kommt es zu Kommunikationsschwierigkeiten:

Hunde denken nicht wie der Mensch:

• Sie denken nicht „menschlich“ logisch.

• Sie machen nichts mit Absicht und sie machen niemanden etwas zu Fleiß…


Hunde haben für alles was sie machen einen Grund. Welcher das ist gilt es raus zu finden.

Wenn man das versteh, hat man schon den ersten Schritt zu einer besseren Mensch-Hund-Kommunikation geschafft.


Um zu verstehen, warum unsere Hunde die Dinge so tun wie sie sie tun, ist es wichtig zu wissen wie unsere Hunde ihre Umwelt wahrnehmen.


Nase:

Der Hund hat einen ausgezeichneten Geruchssinn. Hunde riechen ständig, überall und über sehr große Distanz. Mit Hilfe ihrer Nase definieren und beurteilen sie ihre Umwelt.

Das Geruchsvermögen des Hundes ist vermutlich eine Million Mal empfindsamer als das des Menschen. Um diese Unmengen von Informationen verarbeiten zu können, besitzt das Riechzentrum des Hundes 40-mal mehr Zellen als die entsprechende Hirnregion beim Menschen.

Auch die Riechtechnik ist eine andere als bei uns. Sie atmen stoßweise (bis zu 300 Mal pro Minute) und nehmen so den Geruch anders war bzw. können auch noch nach Tagen Geruchsspuren aufnehmen.

Nasenarbeit ist sowohl psychisch als auch physisch extrem anstrengend für den Hund


Ohr:

Der Hund riecht nicht nur besser als der Mensch, er hört auch besser als wir. Ein Hund hört 4x besser als der Mensch. Der Hund kann Töne aus dem Ultraschallbereich hören (Hundepfeife) und sie können ihre Ohrmuscheln unabhängig voneinander wie ein Radar bewegen.

Außerdem können Hunde ein Geräusch aus 4xmal größerer Entfernung hören als der Mensch. Hierdurch erklärt sich auch der „6. Sinn“ der Hunde. Hunde hören den Motor des Herrchens schon viel früher als wir und wissen demnach schon früher, dass Herrchen bald nach Hause kommt. Hunde können z.b. auch Motorengeräusche unterscheiden…


Auge:

Hunde haben ein ausgeprägtes Dämmerungs- und Bewegungssehen. Außerdem haben sie ein weiteres Gesichtsfeld als wir (Mensch 200 Grad/Hund 270 Grad). Hunde neigen jedoch zur Kurzsichtigkeit.


Zusammenfassend ist zu sagen, dass unsere Hunde sozusagen in einer ganz anderen Welt leben als wir. Somit ist die Wahrnehmung eine ganz andere und nur weil wir etwas nicht hören oder riechen können, bedeutet das nicht, dass es nicht da ist.

Wenn wir das verstehen können, dann haben wir den 2. Schritt für ein besseres Miteinander geschafft.


Hunde haben auch dieselben Grundgefühle wie wir Menschen:

• Freude

• Angst

• Wut/Aggression

• Ekel

• Trauer


Wie kommunizieren nun Hunde?

• Optisches Ausdrucksverhalten (Gestik und Mimik): Körperhaltung, Rutenhaltung inkl. Bewegungen, Kopfhaltung, Ausdruck des Gesichtes (Lefzen, Ohren, Augen, Stirnhaut)

• Olfaktorisch (Geruch)

• Taktil (Berührungen)

• Akustisch (Geräusche): z.B. Knurren


Als Ausdurcksverhalten wird die Gesamtheit von Gestik und Mimik, Blickkontakten sowie Körperhaltung und Lautgebung eines Hundes im jeweiligen Verhaltenskontext bezeichnet.

Alle diese Informationen geben Auskunft über den emotionalen Zustand eines Hundes, über Motivation und Handlungsbereitschaft.

Durch die Zucht und die dadurch veränderten körperlichen Voraussetzungen ist es vielen Hunden nicht mehr möglich zu kommunizieren. Z.B. Veränderte Schnauzenformen, Haarkleid, extreme Hängeohren,…

Das erschwert sowohl das Zusammenleben mit uns als auch die Kommunikation mit anderen Hunden erheblich!


Aber was will mein Hund mir nun tatsächlich sagen?

Die Kommunikation unserer Hunde ist zu komplex und situationsbezogen um sie in einem Blog Artikel nieder zu schreiben.

Wenn Sie Fragen dazu haben, dann wenden Sie sich vertrauensvoll an uns! Wir halten dazu auch regelmäßig Seminare ab.


Zum Abschluss hier noch die 5 häufigsten Irrtümer der Hundesprache:

1., Ein Hund der mit dem Schwanz wedelt ist immer freundlich.

· Nein! Ein Hund der mit dem Schwanz wedelt ist aufgeregt. Ob dies jedoch eine freudige Erregung ist oder ob eine Konfliktsituation bevor steht, lässt sich alleine aus dem wedeln nicht ableiten.

2., Gähnende Hunde sind müde.

· Nicht immer! Hunde gähnen aus verschiedenen Gründen. Es kann durchaus aus Müdigkeit sein, aber es kann auch ein Zeichen von Stress sein.

3., Ein Hund darf nicht knurren.

· Doch! Knurren gehört zum normalen Ausdrucksverhalten von Hunden! Es ist wichtig, dass Hunde knurren dürfen und damit ihren Unmut äußern dürfen!

4., Aufreiten bei anderen Hunden ist ein Zeichen von übersteigerter Sexualität.

· Meistens nein! In den meisten Fällen ist so ein Verhalten nicht sexuell motiviert, sondern ein Zeichen von Stress. Der Hund versucht den Stress so abzubauen

5., Hunde haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie etwas angestellt haben.

· Nein! Hunde haben kein schlechtes Gewissen. Sie reagieren lediglich auf unser Verhalten mit Beschwichtigung um drohenden Ärger aus dem Weg zu gehen.


Das war nur eine Auswahl der gängigsten Irrtümer was die Hundesprache betrifft. Um alle aus dem Weg zu schaffen reicht der Platz hier nicht aus 😊.


Wenn Sie Interesse haben, würden wir uns freuen wenn Sie zu uns Kontakt aufnehmen und uns bei einem unserer zahlreichen Seminare besuchen.


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